Day 8 – early morning bird drive

Blue Waxbill

Erneut begrüsst mich mein Wecker um 5.30 Uhr… und um 6 Uhr geht es auf diesen Focus Drive los. Unsere Aufgabe heute besteht darin, die gefiederten Freunde aufzuspüren und zu fotografieren. Kein leichtes Unterfangen bei difusen Lichtverhältnissen! Zudem sind die meist kleinen Vögel sehr scheu und suchen, sobald wir anhalten und unser Jeep zum Stillstand kommt, das Weite. Kein Wunder benutzt Sam ein 100 – 600 mm Zoom. Ich bin trotzdem zufrieden mit einigen Schnappschüssen, die ich in Lightroom noch etwas zurecht gestutzt habe.
Zufall oder Absprache? Auf unserer Fahrt laufen uns ganz viele Warthogs und Antilopen vor die Linse 😉 Eigentlich nicht das, was wir suchen, aber trotzdem wunderschön. Na gut, Warthogs sind vielleicht nicht gerade Anwärter für die Buschschönheitskonkurrenz, aber sehr photogen, wenn sie davon rennen! Im dichten Gebüsch kann man dann oft nur noch ihren Schwanz als kleine Antenne ausfindig machen.

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week 2 – schedule for photoproject

Ein kurzer Blick zeigt auf unser Wochenprogramm zeigt, wie vollgepackt aber auch abwechslungsreich unsere Aktivitäten sein werden.
In
Und irgendwann möchten wir ja auch noch unsere Fotos aussortieren und bearbeiten 😉

It’s all about IMPACT!

Zu Projektbeginn hatte ich über die Wirkung von Bilder geschrieben – meine Schlangenbilder  haben offenbar auch einigen gefallen, die bis anhin gar keinen Zugang zu Reptilien hatten. Das freut mich sehr! Die Schönheit dieser Tiere zu erkennen hilft uns auch irrationale Ängste zu verlieren.

Day 7 – Panorama Route

Um 5.30 Uhr klingelte mein Wecker, denn um sechs war Abfahrt. Unser Ziel: die Panorama Route. Im Halbschlaf – die 4 Löffel Nescafé zeigten kaum Wirkung – zog das Buschland an mir vorbei. Früchtefarmen tauchten immer öfters auf. Eine Pavianfamilie überquert gemächlich die Strasse, während am Strassenrand Impalas grasten. Kleine einfache Backsteinhäuser bildeten Siedlungen weitab von der nächsten Ortschaft und standen im krassen Widerspruch zu den beeindruckenden Villen der Obstproduzenten.
Die Strasse kletterte immer höher und die Fauna änderte sich: Nadelwald löste Buschland ab, allerdings mit dem Makel, dass diese Tannen invasive Bäume sind und zur Holz- und Zellulosegewinnung angepflanzt wurden. Da kaum einheimsche Tiere das Gehölz essen, sind weite Gebiete ziemlich ausgestorben.
Auf dem höchsten Punkt ein interessantes Phänomen: wir befanden uns plötzlich in einem kleinen Regenwald. Auf der ganzen Fläche von Südafrika gibt es lediglich 1% dieser Vergetationsform. Die Feuchte entsteht in erster Linie durch die geografische Lage. Das Gebiet befindet sich genau in der Nebelgrenze.
Unsere Route führte uns zu verschiedenen Aussichtspunkten. Stellenweise erinnerte dieser Canyon an den Grand Canyon in den USA: Der Blyde River Canyon gilt als 3. grösste Schlucht und ist deshalb auch touristisch sehr gut erschlossen und entsprechend auch frequentiert. Ganze Busladungen überfluten die Aussichtspunkte.
Kurios waren die „potholes“. Ähnlich wie bei uns im Gletschergarten hat die Natur durch Erosion grosse runde Pools in den Felsen erschaffen.
Nun befinden wir uns auf der Rückfahrt und werden in knapp zwei Stunden in der Dumela lodge eintreffen.
Nach einem kühlen Bier und dem Abendessen heisst es packen: am Montag werden wir mit den Hühnern aufstehen und gehen auf einen „birddrive“. Anschliessend werden wir für unseren „community Workshop” vorbereit, bevor wir uns am Nachmittag auf den Weg nach Balule machen. Geplant sind drei Game drives mit Übernachtung: Glamping! Unsere Unterkunft bieten dort fast alles, ausser Strom 😉

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Day 6 – Rescue Center

Es hat doch geklappt! Wir konnten um 3 Uhr im HESC (Hoedspruit Endangered Species Centre) eine Tour machen. Das Center wurde von einer Privatperson ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Cheetahs zu retten, diese zu züchten und dann wieder auszuwildern.
Ganz interessant war auch die Fütterung der aasfressenden Vögel. Da gibt es eine wahre Hackordnung: nicht jeder Aasfresser ist auf die gleiche Restenverwertung spezialisiert! Doch zu guter Letzt war dann wirklich alles sauber gefressen.

HESC-10
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Die Fahrt im Jeep durch das Gehege, in dem die Raubkatzen sich frei bewegen konnten, war sehr eindrücklich. Das Center geniesst international einen sehr guten Ruf.

Cheetah-2
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Mein Internet ist leider nicht mit Cheetah-Geschwindigkeit unterwegs und die Bilder bleiben auf der Strecke – sorry! Vielleicht klappt es am nächsten Tag…

Langes, geduldiges Warten hat sich ausgezahlt: ein prächtiger Tawny Eagle hebt mit grossen Schwüngen in die Luft ab.

HESC-8
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Day 6 – Lodge

Morgen bin ich bereits eine Woche in der Dumela Lodge. Wir haben am Wochenende jeweils frei, aber können freiwillig Ausflüge buchen. Ich habe mich für die Panorama Route entschieden. Wir fahren zum drittgrössten Canyon der Welt, werden die Aussicht geniessen und eine – kurze – Wanderung unternehmen.
Heute versuchen wir kurzfristig eine Tour im HESC (Hoedspruit Endangered Species Centre) zu buchen. Im HESC werden lokale Wildtiere wieder aufgepäppelt und wenn möglich in die Freiheit entlassen.
Die übrige Zeit nutze ich, um die Fotos auszusortieren und zu bearbeiten, etwas die Lodge zu geniessen, das Fotoequipment zu entstauben und einige TShirts zu waschen.
Im Moment ist es hier sehr ruhig, weil die meisten Volunteers einen Ausflug in den Kruger NP machen und unser Staff zwei freie Tage geniesst. Ein Guide ist aber immer vor Ort und trägt die Tagesverantwortung. Die einheimischen Mitarbeiter waren zu Beginn eher reserviert, aber tauen dann sehr schnell auf und versprühen eine grosse Portion Lebensfreude. Sindi – sie arbeitet in der Küche und ist auch Putzengel – und ich haben gestern tuschelnd herausgefunden, dass wir die beiden Ältesten in der Dumela Lodge sind 😉 Unser Lachen weckte natürlich die Neugier der anderen, aber wir können sehr verschwiegen sein. Heute Morgen hat mich Sindi mit breitem Grinsen gefragt, wieso ich auf dem Leintuch statt unter diesem schlafe? Es sei doch viel zu kalt… eine echte afrikanische Frohnatur.

Regis und Smanga kümmern sich liebevoll um die Aussenanlage und schauen zu den Pflanzen. Auch sie sind immer für einen kurzen Schwatz bereit.

Unsere Küchenmannschaft überrascht uns immer wieder mit herrlichen Mahlzeiten. Es sind meist lokale Gerichte, die serviert werden, und zu meiner Überraschung gibt es jeden Tag mindestens einmal Fleisch. Mein bisheriges Lieblingsessen war «Bunny Chow»: ein grosses Stück frisch gebackenes Brot wird ausgehöhlt und dann mit einem Fleischeintopf gefüllt. Mmmmhhhh! Für die Vegetarier gibt es auch immer eine fleischlose Alternative. In der Zwischenzeit habe ich mich auch mit dem Instant-Kaffee angefreundet – vier Kaffeelöffel mit einem grossen Schluck Milch sind ganz akzeptabel. Am meisten kämpfen wir allerdings mit den Tücken des Internets: WiFi ist hier – Zitat Einheimische! – nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Manchmal haben wir gar keine Verbindung, manchmal mit 10 – 25 kb/s und selten mit mehr als 150 kb/s! Aber auch das nehmen wir mit afrikanischer Gelassenheit. Deshalb folgen die Bilder erst später.

Day 5 – Bushwalk

Unser letzter Focus der ersten Woche galt einem kurzen Bushwalk rund um unsere Lodge. Sindi, unsere lokale Führerin, fütterte uns mit vielen Informationen zu lokalen Pflanzen und Tieren. Sie führte uns zu einem Kadaver, welches von einem Leoparden stammte, der letzte Woche auf unserem Gelände unterwegs war.
Fressen und gefressen werden sind die Gesetze des Busches. Diese Raubkatzen sind meist nachtaktiv und sehr selten anzutreffen. Vermutlich ist dieses Exemplar weitergezogen, weil noch relativ viel der erlegten Impala-Antilope übrig war und dafür andere Aasfresser wie Hyänen anlockte.
Hast du gewusst, dass diese Antilopenart sich besonders durch ihr Sch…-Verhalten auszeichnet? Mehrere Tiere erledigen ihr Geschäft an der gleichen Stelle, um möglichst wenig Buschland zu verunreinigen. Eine etwas andere Social-Media-Form 😉

Munchie überraschte uns mit einem afrikanischen Buschspiel: Was bei uns mit «Chriesi-Stei» durchgeführt wird, machte man hier mit…

Antilopenkot! Wer diesen am weitesten spucken kann, hat gewonnen! Da ich von diesem doch seltsam anmutenden Spiel Fotos schiessen wollte, konnte ich «leider» nicht mitmachen…

Bushwalk-7-2
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Gut möglich, dass nicht allen die folgenden Fotos gefallen – Aber auch der Tod gehört zum Leben.