Day 19 – Wochenende muss verdient sein!

Rechts im Bild ein Mango-Baum!

Zum Wochenabschluss steht heute ein Einsatz für das Projekt «Farmers of the future» bevor. African Impact bietet arbeitslosen Jugendlichen die Möglichkeit, sich das nötige praktische und theoretische Wissen anzueignen, um erfolgreich eigenes Gemüse anzupflanzen. In einem weiteren Schritt wird den Jugendlichen gezeigt, wie sie erfolgreiche Geschäftsideen entwickeln können: Überschüsse weiterzuverarbeiten und zu verkaufen, etc. Wer mehr wissen will, findet hier den Link: https://africanimpactfoundation.org/farmers-of-the-future/.
AI legt grossen Wert darauf, auf künstlichen Dünger zu verzichten und durch den gezielten Anbau von versch. Pflanzen einerseits dem Boden Sorge zu tragen und andererseits natürliche Schädlingsbekämpfer anzulocken. Das Saatgut wird selbst hergestellt.


Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Maputha Ditshaba High School statt, die ein Klassenzimmer sowie einen Garten zur Verfügung stellt.

Unter Anleitung von Tailo legen wir drei neue Gemüsebeete an. Um die wenigen, aber oft heftigen Regenfälle besser zu nutzen, erstellen wir kleine «Hochbeete», die von einem Erdwall umgeben sind, um das Wasser zurückzuhalten.

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Die schweisstreibende Arbeit ist für uns eine harte, aber willkommene Abwechslung. Zufrieden posieren wir für ein Gruppenfoto.

Wochenende haben wir uns redlich verdient 😉

Day 19 – Mein lieber Freund…

Nun kennen wir uns schon seit mehr als zwei Wochen, und trotzdem habe ich immer noch Schwierigkeiten, dich zu verstehen.

Ich kann mir noch so Mühe geben, aber es gelingt mir einfach nicht, dich auf Anhieb richtig einzuschätzen. Manchmal zeigst du mir gnadenlos deine kalte Schulter, um im nächsten Moment wieder heiss aufzubrausen. Begegne ich dir mit vornehmer Zurückhaltung, reagierst du zuweilen überhaupt nicht.

Vielleicht solltest du dich ein wenig besser pflegen – ein paar Tropfen Body Lotion würden dir sicher nicht schaden und deine Erscheinung gut tun. Aber das getraue ich mir nicht, dir zu sagen.

Was habe ich schon alles versucht: ganz sanft annähern und du antwortest gleich mit einem kalten Schwall – mit nackter Gewalt, aber das lässt dich eher heiss aufbrausen. Du kannst wirklich heissblütig sein und das bei Aussentemperaturen von bis zu 40°.

Habe ich die richtige Balance gefunden, heisst das aber noch lange nicht, dass diese von Dauer ist! Gestern antwortest du mit vornehmer Zurückhaltung und fast schon tröpfchenweise!

Letzte Woche konntest du an einigen Tagen kaum genug ausspucken – wirklich schwierig, mit dir jeden Tag wieder von neuem klar zu kommen, aber es bleibt mir ja nichts anderes übrig.

Wir sind eine Zweckgemeinschaft und wir dürfen uns ja noch gut 10 Tage näher kennenlernen.

Ach ja, hilf doch bei Gelegenheit auch deinem Kumpel – er freut sich bestimmt auch über etwas mehr Zuwendung!

Day 18 – Erosion Control 2

«Whataya Want From» … na was wohl? Aufstehen!! Erneut heisst es, um 5.30 Uhr abfahrbereit beim Jeep zu sein. Unser heutiges Ziel ist wieder die Leadwood Big Game Reserve (s. Day 11). Wir möchten unsere angefangene Arbeit noch weiterführen. Wetterbericht verspricht ideale Bedingungen: etwas bedeckter Himmel und Temperaturen um 22°.
Nach kurzer Fahrt informiert uns ein lokaler Ranger, dass auf unserem Weg eine frisch gerissene Impala-Antilope liegt und wir wachsam sein sollten. Vermutlich wurde ein Leopard bei seinem Frühstück gestört und ist noch in der Nähe. Der Kadaver liegt blutüberströmt und angefressen auf der Strasse, aber von der Raubkatze keine Spur. Der Anblick ist nichts für schwache Gemüter, weshalb ich auf ein Bild verzichte. Auch die Löwen zeigen kein Interesse an uns und so können wir unsere Arbeit ungestört fortsetzen. Langsam gehen uns die Äste aus und wir dürfen nicht weiter ins Dickicht vordringen, so schlagen wir eben auch noch einige dickere Bäumchen, um das Flussbett auszukleiden. Die Arbeit macht uns allen Spass.

Erosion Control 2-2
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Vielleicht noch wichtig zu erwähnen – das Abholzen hat noch einen netten Nebeneffekt: es entsteht wieder Fläche, die von Gras überwachsen werden kann.
Seit der Busch eingezäunt wurde und sich keine Elefanten mehr darauf austoben können, verdrängen Bäume das Grasland. Viele «Game Reserve» sind deshalb gezwungen, die Flächen künstlich auszudünnen.

Kleiner Trost – drei minderjährige Warthogs posieren für uns und zeigen ihre weissen Schnauzhaare, welche die noch nicht vorhandenen Keiler vortäuschen sollen.

Day 17 – Kältestarre

Der Wetterumsturz hatte sich ja bereits am Vorabend angekündigt, aber dass es gleich soooo heftig wird, damit hatte niemand gerechnet. Begleitet von kräftigen Winden kühlte es innert 12 Stunden um mehr als 20 Grad ab. Nachdem am Montag die Hitze für die fehlenden Tiere verantwortlich war, lag es nun an den – unserem Empfinden nach – frostigen Temperaturen. Wir ruckeln gemütlich über die Schotterpiste, um zu unserem Breakfast-Drive-In zu gelangen. Aber statt ein friedlichea Buschfrühstück zu geniessen …

müssen wir uns mit einem Reifendefekt herumschlagen. Ein Pneu verlor offensichtlich langsam Luft und muss gewechselt werden. Kein leichtes Unterfangen auf unserem Buschparkplatz.

Balule – Dumela-4
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Wer mich kennt, weiss, dass ich von Reifenwechsel ungefähr gleich viel verstehe wie von American Football: herzlich wenig! Nachdem Jack vergebens versucht hatte, den Jeep mittels Wagenheber genug anzuheben, bemerkte ich, dass der Wagen vermutlich falsch im Gelände stand… 😉 Schnell umgeparkt und siehe da, nun lässt sich das Rad wechseln.

Unsere Weiterfahrt verläuft nun problemlos; abgesehen davon, dass wir uns dick einpacken müssen und trotzdem frieren. Beim Aussteigen in der Dumela Lodge fühlen wir uns nun eher wie kaltes Roast Beef – niemand hätte das nach dem gestrigen Hitzetag für möglich gehalten!

Day 16 – 17 Niedergaren…

Was am Morgen noch angenehm ist, erweist sich ab Mittag als Heizstrahler. Wenn du wissen willst, wie sich ein niedergegartes Steak fühlt, dann empfehle ich dir eine Fahrt im offenen Jeep bei 41 Grad im Schatten. Und glaub bloss nicht, dass der Fahrwind Kühlung verschafft! Kaum sind wir auf der Strasse, bläst uns ein heisser Wind in Gesicht. Ein kurzer Stopp bei der Tankstelle und Gelegenheit, etwas Kühles zu kaufen – doch bereits nach einer halben Stunde im Schatten ist das Getränk lauwarm…

Selbst die Fensterscheiben scheinen zu flimmern, weil sie kurz vor dem Schmelzen sind.

Die Hitze treibt auch die Tiere in den Schatten und so überrascht es nicht, dass wir auf unserer Fahrt zum Camp kaum welche zu Gesicht bekommen. Es ist für alle zu heiss!

Hot Drive-12
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Doch das trübt das erneute Buscherlebnis nicht wirklich. Wir geniessen erneut Busch Burger, die ich auf ausdrücklichen Wunsch von allen wieder brutzeln durfte.

African sky


Der Night Drive bei gefühlten 30 Grad war sehr einschläfernd und abgesehen vom Wetterleuchten in der Ferne ereignislos; wen wundert’s. Unser niedergegartes Fleisch wurde nochmals kräftig gewendet und freute sich darauf, im Bett gemütlich zu ruhen.  

Day 16 – Research Drive 1

Unser Tag fängt verHEISSungsvoll an. Der Wetterbericht verspricht viel Sonne und steigende Temperaturen. Zum ersten Mal setzen wir in kurzen Hosen und T-Shirt in den Jeep und fahren bei angenehmen Temperaturen um 5.45 Uhr los. Wir Fotografen wurden auf zwei Research-Gruppen aufgeteilt und bekamen den Auftrag, Fotos für die Giraffen-, resp. Nashorndatenbank zu erstellen. Idealweise sollten von Giraffen beide Seiten sowie ein Porträt und ggf. besondere Auffälligkeiten erfasst werden. Für die Nashörner waren inbes. die Ohren und die Seiten von Interesse. Soweit also die Vorgaben… die Umsetzung gestaltet dann sich nicht immer so einfach. Wildtiere haben so die Eigenschaft, nach einem kurzen Innehalten – ja, genau das ist der perfekte Moment für eine Porträtaufnahme – sich abzudrehen, um uns ihren Hintern zu zeigen 🙂

Doch manchmal scheinen meine positiven Gedanken anzukommen und die Giraffe wendet sich auf die Gegenseite! Voilà, beide Seiten im Kasten.

Giraffe A-2
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Heute sind die Nashörner besonders fotogen und zeigen sich in bester Posierlaune. Nebst zwei Einzelgängern entdecken wir zwei von drei Familien. Die «kleinen» Babys sind extrem knuffig und wirken immer noch ein wenig tollpatschig. Ein Nashorn-Bulle nähert sich gemächlich unserem Jeep bis auf wenige Meter, um die Situation genauer zu prüfen. Das Seh- und Hörvermögen dieser Dickhäuter ist nicht so ausgeprägt, aber ihr Geruchssinn ist sehr gut entwickelt. Nach diesem Sicherheitscheck trottet er wieder gemächlich davon. Gut zu wissen, denn wir hatten bei der letzten Begegnung einen Scheinangriff auszuhalten – ein junger Bulle preschte auf unseren Jeep los und schnaubte unüberhörbar, um dann abzudrehen.

Ich darf ja keine Bilder von Nashörnern veröffentlichen, aber das kommt beim genauen Hingucken doch schon sehr nahe 😉

Was ist denn das? Plötzlich kommt Hektik auf und nach einem Rudel Impalas rennen auch Giraffen los, gefolgt von ganzen Büffelherde. Alles trampelt wie wild über unseren Weg und löst eine Staubwolke aus; offensichtlich hat unser Erscheinen diese Lawine ausgelöst!

Research Drive-6
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Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, gelingt mir noch dieser Schnappschuss. Der kleine bunt gefiederte Kerl lässt sich durch nichts stören und bleibt sogar sitzen, als Yuka den Motor startet.

Lilac Breasted Roller

Nun heisst es, die Fotos für die Researcher aufzubereiten. Eva hat ein Giraffenprojekt unter sich und will herausfinden, wie diese Langhälse sozialisieren; wie sie Gruppen bilden und wie lange diese Bestand haben.